" Mein Austauschjahr in den USA

Samstag, 25. Januar 2014

The Windy City

Es ist schon ein Weilchen her, aber trotzdem möchte ich gerne noch mein Ausflug nach Chicago mit euch teilen.
Es war kurz vor Weihnachten. Ich ging mit meiner Gastfamilie auf einen organisierten Trip. Der Car verliess Logansport am frühen Morgen. Nach etwa 3 Stunden Fahrzeit und "We Are The Millers" kamen wir schlussendlich in der drittgrössten Stadt der Vereinigten Staaten an.

Erste Blicke auf Chicago aus dem Reisecar
 Es war extrem kalt: -15 Grad plus ein eisiger Wind. Wir erfuhren am eigenen Leib woher die Millionenstadt ihren Übernamen hat. Zuerst gingen wir auf direktem Weg zum Willis Tower. Nach einem kurzen Aufenthalt im High Speed Lift kamen wir zuoberst an.

Donnerstag, 23. Januar 2014

Silvester am Strand


Um ehrlich zu sein, dieser Titel entspricht nicht ganz der Wahrheit, aber dazu später mehr.
Lange habe ich mir den Kopf zerbrochen, was ich meinen Familien in der Schweiz und in Indiana schenken soll. Ich habe aber dennoch schöne Sachen gefunden, wie zum Beispiel Logansport T-Shirts, Kleider oder ein amerikanisches Kochbuch. Ich habe auch noch viele weitere kleine Sachen geschenkt, wie zum Beispiel ein paar Exemplare der Schülerzeitung, Süssigkeiten und mehr. Insgesamt hatte ich eine ansehnliche Menge an Geschenken und Briefen, die ich für 60.- in die Schweiz verschiffen liess. Meiner Familie hier hatte ich Bücher, DVDs, schweizer Schokolade und Pralinen und ein Brettspiel geschenkt. Die Bescherung hatten wir auf den 23. Dezember vorverschoben.
Der Weihnachtsbaum steht nicht im Wohnzimmer, aber ein offenes Feuer ist genau so gemütlich!

Meine supertolle amerikanische Familie!

Dienstag, 7. Januar 2014

Greased Lightning

Es ist schon ein Weilchen her, aber dieses eine Novemberwochenende war ein ganz besonderes. Freitags, Samstags und Sonntags haben wir je vor über 550 Zuschauern das bekannte Musical "Grease" aufgeführt.  Ich habe keine Sprechrolle gehabt, aber dennoch hatte ich sehr viel Bühnenzeit. Denn wie es sich für ein Musical gehört, gab es auch diesmal viele Tänzer und Sänger, ich war einer von ihnen, einer der Burger Palace Boys.  Mehr als zwei Monate haben wir geprobt.
Jeden Dienstagabend haben wir im Chorraum die Lieder geübt. An den Donnerstagen stand Tanzen auf dem Programm. Ich ging nach dem Football Training von 3:30 bis 6:00 direkt weiter und ging zum Tanztraining, welches bis 9 Uhr dauerte. Es war teilweilse sehr hart, wir bekamen kaum Trinkpausen und manche Tänze waren sehr anstrengend. Aber dennoch hat es einen riesen Spass gemacht. Die letzten Zwei Wochen vor der Aufführung waren aber die besten. Wir hatten jeden Tag Proben mit dem ganzen Cast, das heisst wir führten alles auf, nicht nur die Lieder und Tänze. Die Football Saison war vorbei und ich hatte mich entschieden ein Basketball Manager zu werden im Winter. (Alle Schüler die keinen Sport machen haben die Möglichkeit, bei irgendeinem Sport als Manager zu helfen. Sie bereiten alles vor, sind die Assistenten der Coaches oder sind wie ich, beim Mädchenbasketball die Trainingsgegner.) Ich hatte also jeden Tag direkt nach der Schule Basketball gespielt, bis ich um 6:00 zum McHale Performing Arts Center, unserem Auditorium gegangen bin, um bis um 10 Uhr das Musical zu proben.
Der Berryettes Tanzraum
Diese beiden letzten Probewochen waren fantastisch! Wenn wir nicht gerade auf der Bühne waren hingen im Green Room herum und sahen uns am TV live die Performance der anderen an. Die Leute waren alle unglaublich toll und ich bin sehr froh dass ich beim Musical mitgemacht habe und so coole Leute kennengelern hatte.

Donnerstag, 28. November 2013

Friday Night Lights


Zuerst will ich mich entschuldigen, dass ich so lange nichts in meinen Blog geschrieben habe. Ich habe kaum Zeit, die Tage sind alle voller Programm. Als ich dennoch die Zeit gefunden hatte und diesen sehr langen Post verfasste, wurde er irgendwie nicht gespeichert. Es war schwer, alles noch einmal zu schreiben, denn die Motivation ist mir irgendwie genommen worden, als mein Post verloren ging. Ich bitte um Verständnis und verspreche, in Zukunft mehr ond öfters zu schreiben.

Wirklich wie im Film


Ich kenne die gleichnahmige Fernsehserieüber High School Football kaum, aber mit dem Titel will ich sagen, dass die High Schools oft genau so sind wie im Film. Und dazu gehört auch Football.
Ich bin sicher, die meisten von euch haben den Film "Blind Side, die grosse Chance" mit Sandra Bullock gesehen. Ein toller Film, der noch besser wird wenn man das "echte" High School Football erlebt hat. Besonders für mich ist es ein einzigartiges Erlebnis, mit dem Team ins Stadion einzulaufen, unter dem Applaus von über tausend Fans. Nun aber der Reihe nach.
Die Football Woche beginnt am Samstagmorgen um 8.30 Uhr. Das ganze Team findet sich im Stadion ein und schaut zusammen den Film des Spiels am Abend zuvor. Es gibt Frühstück, leckere (vor lauter Zucker aber kaum essbare Donuts und anderes Gebäck, Milch und Orangensaft. Wir finden uns ein im Meeting Room, einem grossen Raum im Stadion, und schauen alle zusammen jeden Spielzug. Die Coaches erkennen jedes einzelne Detail und versuchen, uns das Spiel und unsere Fehler zu erklären. Nach ein wenig mehr als einer Stunde gehen wir nach draussen und machen lockeres Konditinstraining. Um etwa 10 Uhr wird das ganze Team ins Wochenende entlassen.
Die eigentliche Woche beginnt nach dem Wochenende am Montag. Direkt nach der Schule um 15:30 beginnt das Training, und jedermann muss in voller Montur auf dem Practice Field bereitstehen für das Aufwärmen. In exakt geraden Linien machen wir Dehnübungen.

Devil Jacks - wir machen den Hampelmann: D-E-V-I-L-S,  Devils, Devils,  Devils, aaah!
Nach dem aufwärmen trainieren alle mit dem jeweiligen Positin Coach, manchmal gibt es 7-0-7's, Spielzugstraining ohne Lineman, manchmal den "Logandrill", drei offensive Spieler gegen Lineman und Linebacker, -heisse Stimmung und blaue Flecken garantiert. Zwischen den vielen kleinen Drills und Übungen haben wir auch viel Taktisches, wir üben die Spielzüge, die Schritte, sowie die richtige Haltung beim Tacklen etc. Nach zwei schweisstreibenden Stunden voller Rennen, Tackling und mehr gibt es noch ein bisschen Konditionstraining. Danach ist das Training fertig. Am Dienstag und Mittwoch ist entweder Offense oder Defense Day. Das ganze Team fokussiert sich speziell auf eine Seite. Wir schauen manchmal auch ein wenig Film und analysieren die Taktik unseres nächsten Gegners. Generell hat mich die ganze Organisation, speziell seitens der Coaches, sehr beeindruckt. Sie schauen sich alle Spielzüge der Gegner an, achten akribisch auf jedes Detail und passen unsere Taktik an. Die Coaches leben wirklich für Football. Nach den Spielen gehen sie kaum schlafen, die ganze Nacht diskutieren sie und planen das Training der nächsten Woche.

Sonntag, 6. Oktober 2013

High School

Ich habe noch gar nichts über meine High School erzählt. Das will ich nun nachholen!
Mein erster Schultag war sehr turbulent. Ich hatte keine Ahnung, wo ich hingehen sollte. Die Schule, die zwar anzahlmässig mit 1300 Schülern mehr oder weniger gleich gross ist wie mein Gymnasium in der Schweiz, ist flächenmässig sehr viel grösser. Die zurückzulegenden Distanzen sind somit auch erheblich länger. Das ist vor allem ein Problem, weil die Pausen so kurz sind. Nach jeder Lektion muss man sich beeilen, um rechtzeitig zur nächsten zu gelangen. Das war am ersten Tag allerdings nicht mein Hauptproblem. An jenem Tag galt es, das richtige Zimmer erst einmal zu finden, und das war leichter gesagt, als getan. Auch wenn ich heute finde, meine Schule ist ziemlich übersichtlich aufgebaut, glich sie an meinen ersten Tagen einem Labyrinth. Aber dennoch bin ich nie zu spät gekommen, es gab immer jemanden, der mir geholfen hat. Kaum stand ich eine Sekunde ratlos im Gang herum, kamen sofort ein paar hilfsbereite Schüler zu mir und zeigten mir nicht nur den Weg, sondern begleiteten mich sogar bis zum Klassenzimmer!

Ich habe jeden Tag dieselben sieben Klassen: 
Painting (Malen mit Farben, nicht zu verwechseln mit Drawing, Zeichnen)
Spanisch
Englisch
Sports & Entertainment Marketing 
Lunch
Astronomy
Physical Conditioning (Lauf-, Konditions- und Krafttrainig)
US History
Logansport High School
Es ist hier kein Problem, eine Klasse zu "droppen", also zu wechseln. Anstelle von Painting hatte ich Pre Calc, also Mathematik. Aber ich hatte den Stoff bereits durchgenommen und die Stunden waren todlangweilig (Dem Lehrer zuhören und dessen Gekritzel entziffern und ins Heft übertragen). Der Stoff, den ich zum Teil bereits wieder vergessen hatte, war zu einfach um etwas zu lernen und zu schwierig um ohne Aufwand mitzukommen, also sah ich keinen Sinn dabei und habe es abgewählt. Ich wählte als neues Fach Radio & TV Production, aber da es mein erstes Jahr an der High School ist, musste ich den Anfängerkurs belegen und war erstens mit den kleinen Freshmen zusammen, und zweitens war der Kurs so unproduktiv und "für Dummies", dass ich mein erstes Fach jeden Tag erneut wechselte. Der Wechsel war jedoch so spät dass nur noch wenige Fächer verfügbar waren. Ich habe Painting genommen.

Samstag, 31. August 2013

Nichts Böses ahnend...

Endlich habe ich wieder Zeit, ein bisschen was zu schreiben. Und die brauche ich auch, denn ich habe eine unglaubliche Geschichte zu erzählen. Hier eine gekürzte Fassung:
Alles begann, als ich am Sonntag vor zwei Wochen mit einem Freund und seiner Familie unterwegs war. Auf der Heimfahrt bekam ich plötzlich die Nachricht, dass ich eine neue Gastfamilie bekommen sollte. Erst einmal war es ein Risenschreck für mich, denn ich wusste von absolut nichts. Ich sass einfach im Auto und konnte es nicht fassen. Eben noch war ich glücklich, und einen Moment später stürzte alles in sich zusammen. Ich schrieb meiner Gastmutter sofort eine Nachricht und fragte, was los war. Sie sagte, sie wollte das gar nicht so, alles sei zu schnell gegangen. Ich erfuhr, dass die Local Rep. mich im Haus der Familie, mit der ich unterwegs war, abholen komme. Anscheinend ist mein ganzes Zeugs bereits gepackt und bei der neuen Gastfamilie. Ich wartete also, total überrumpelt und hilflos, auf weitere Informationen. Es ist bereits zwei Wochen her, aber wenn ich so darüber Nachdenke merke ich erst, wie verrückt das alles war!
Als die Local Rep. mich abholte fuhren wir zum Haus der "neuen" Gastfamilie. Die nächste Stunde sass ich mit der Local Rep, ihrem Mann und den beiden Eltern der neuen Gastfamilie zusammen. Ich hatte nur die Seite der Geschichte der Local Rep gehört, was mich sehr verwirrte, denn auch sie war nicht wirklich über die Hintergründe informiert.  Das Puzzle setzte sich aber zusammen, als ich zwei Tage später mit meinem ehemaligen Gastvater reden konnte:

Donnerstag, 15. August 2013

Amerika kennenlernen

Ich bin jetzt schon mehr als eine Woche ein Logansport. Ich habe schnell aufgehört die Tage zu zählen, es vergeht alles so schnell. Als ich aufwachte am Montag war es bereits Mittag. Ich habe ein bisschen was gegessen und bin dann um drei Uhr mit Tyler zum Football gefahren. Am ersten Tag habe ich nur zugesehen, weil ich noch keinen Medizincheck gemacht hatte. Aber bereits am Dienstag konnte ich den machen (die Ärztin hat mich nach einer Stunde Wartezeit etwa 5-10 Minuten untersucht), und konnte mit trainieren. Die eineinhalb Wochen vor dem Schulbeginn finden sogenannte "Twiceadays" statt, das heisst wir haben zwei Trainingseinheiten pro Tag, von 3 bis 9 Uhr und mit einer Stunde Pause in der Mitte. Ich bekam also am ersten Tag meine Shoulderpads und den Helm in die Hand gedrückt, zog meine Cleats an (Footballschuhe mit Stollen). Ich hatte natürlich keine Ahnung wie man die Ausrüstung mit all den Bändern anzog, und lief nur mit T-shirt und den Shoulderpads und dem Helm in der Hand aufs Feld. Ich war später dran wegen der Ausrüstung und alle waren schon mitten im Stretching. Das heisst die Spieler standen, wie man es aus Filmen kennt, in Schachbrettformation und machten was die Captains übers Feld brüllten. Es musste lustig ausgesehen haben, wie ich ich hilflos mit der Ausrüstung in der Hand zu ihnen gelaufen kam. :) Aber es kamen sofort ein paar Jungs zu mir und halfen mir sie anzuziehen. Es ist dennoch kompliziert, und ich mache es auch jetzt noch gerne im Spiegel, denn da sieht die Bänder und Gurte besser und muss sich nicht unnötig verrenken.
Das erste Training war hart. Ich wusste nicht was ich tun, und zu welchem der etwa sieben Coachens ich gehen musste. Aber das blödeste war, dass ich kaum etwas verstand. Das ganze Footballvokabular mit den speziellen Wörtern, aber auch "normale" Wörter, wie zum Beispiel verschiedene Gangarten im Football, stellen eine Herausforderung dar. Ich lerne fast ausschliesslich durch abschauen der Anderen.
Ab dem zweiten Tag ging es rasch besser. Ich lernte meine Position kennen (Linebacker, ich wusste bald wohin ich gehen musste, bei welchem der sieben Position-Coaches ich trainiere, wie die Übungen funktionieren und sogar wie die vielen Schlachtrufe heissen. Bevor zum Beispiel wir Linebacker uns einen Becher Wasser holen, ruft immer einer: "LB's (Linebackers) on three", und der Rest antwortet: "One, two, three - LB's!"  Es gibt aber, je nach Gruppe, verschiedene Rufe. Manchmal rufen wir anstatt "LB's -" auch "Defense -" oder "Loganpride on three"!
Wir müssen uns nicht einmal selber ums Wasser kümmern, neben den Trainern gibt es nämlich sogenannte Managers: Ein paar Mädchen, die sich um die Trikots und vieles mehr kümmern. Und sie füllen unzählige Becher mit eiskaltem Wasser während dem ganzen Training! Pro Person sind das etwa 5-10 Becher - jeden Tag! Was angesichts unserer Teammitglieder eine Menge ist, denn wir sind (inkl. Freshmen) sicher über 50 Footballer!
Wenn ich nicht gerade trainieren oder schlafen war, erledigte ich einige wichtige Sachen. Ich habe mich beispielsweise um einen Handyvertag gekümmert. Da mein iPhone einen Sim-Lock hat, musste ich mich nach Alternativen umsehen. Ein Handy ist hier nämlich sehr wichtig, alleine schon um jemanden anzurufen der einen von irgendwo abholt. Denn ohne Auto ist man hier gestrandet! Jedenfalls habe ich das iPhone 3 meines Gastvaters ausleihen können, bis ich mir ein Handy kaufe in welches ich eine Sim-Karte stecken kann. Da ich aber keine Social Security Nummer habe, wie alle Amerikaner, kann ich keinen Vertrag abschliessen. Ich habe jetzt einen monatlichen Plan für 40 Dollar, das war die günstigste Möglichkeit.
Auch konnte ich bereits ein Bankkonto eröffnen, auf welches mir meine Eltern von jetzt an alle paar Wochen Geld überweisen werden. Das kommt günstiger und unkomplizierter, als ein Schweizer Konto hier zu benützen. Es benötigte auch kaum Aufwand, ein bisschen Papierkram halt, und meine Eltern mussten ein Papier unterschreiben, scannen und per Mail an mich zurücksenden, bevor ich mein Konto bekam.
Am Wochenende waren wir in Lafayette, eine grössere Stadt, wenig mehr als eine Stunde entfernt. Eigentlich kann man sagen wir waren in der Lafayette Mall, denn von der Stadt habe ich nicht allzu viel gesehen. Das ist auch gar nicht nötig, in dieser Mall hat es nämlich alles! Es gibt viele bekannte Stores, wie zum Beispiel American Eagle und Hollister. Aber auch Läden die es in Europa kaum gibt, wie Victoria's Secret, befinden sich ein dieser Mall. Wir haben nicht einmal annähernd die ganzen Gebäude durchquert, wie ich im Nachhinein bemerkt habe. Denn als wir mit dem Auto weggefahren sind,  fielen mir erst ihre gewaltigen Ausmasse auf. Es gibt, neben vielen weiteren Geschäften, auch ein Macy's Kaufhaus.

Die Mall in Lafayette: ähnlich wie ein normales Kaufhaus - und doch anders

Ich hatte damit gerechnet, aber nie hätte ich gedacht dass Amerika so günstig ist! Ein riesige Schachtel kleiner Wasserflaschen (mindestens 40 Stück), kostet 4 Dollar, ein Haarschnitt 6$. Vier der teuersten und besten Top Rasierklingen von Gilette, für die man in der Schweiz umgerechnet mindestens 25-30 Dollar bezahlt, kosten hierzulande 5 Dollar. Und eine Dreierpackung T-shirts von U.S. Polo Association, einer mir bis vor ein paar Tagen unbekannten, aber edlen Premiummarke, kostet hier 11$! Im Landesinneren ist alles noch viel günstiger als in New York,
Die Tage gehen schnell vorbei, ich lerne jeden Tag etwas neues kennen, und dennoch wird mir alles vertrauter und es kehrt eine erste Routine ein.
Ich habe Bald zwei Wochen in Logansport verbracht, viele Leute kennengelernt, viele Namen wieder vergessen, und viel erlebt. Ich versuche so viel wie möglich von dem, was ich alles zu erzählen habe, hier auf meinen Blog zu schreiben.
Bald folgt mehr!
Bis dann! :

Dienstag, 13. August 2013

Der erste Tag in Logansport

Als ich am Flughafen in Indianapolis ankam, sah ich meine Gastfamilie sofort. Da Tanner, der grosse Bruder, an einem Wiz Khalifa Konzert war, kamen nur meine Gasteltern und mein Gastbruder Tyler. Wir verstanden uns alle auf Anhieb. Auf der knapp zweistündigen Heimfahrt lernten wir uns ein bisschen besser kennen. Meine Mutter hört zu meinem grossen Erstaunen sehr gerne Hip Hop und Gangsta Rap - und zwar so laut und mit so viel Bass dass die Fenster vibrieren! :) Sie ist sehr freundlich, liebenswert und fürsorglich. Sie ist eine die auch gerne mal ein bisschen schnell fährt - ganz im Gegenteil zu meinem Dad. Er fährt gerne gemächlich und mag s gemütlich. Und ich mag seinen sarkastischen Humor, auch wenn ich manchmal ein paar Sekunden überlegen muss bis ich die Pointe verstehe. Mein Bruder ist ein lustiger Typ, mag grosse Trucks und jagt sehr gerne. Er hat mir seine beeindruckende Waffensammlung gezeigt, mit der er, wenn die Saison beginnt, sicher manche Enten oder sogar Rehe auf die Teller bringen wird.
Tyler und ich
Bereits als ich ankam, fiel mir die Sauberkeit und Gepflegtheit des sehr modernen Flughafen auf. Aber als wir durch Logansport fuhren, hin zu unserem Quartier, war ich sehr positiv überrascht: die Strassen sind alle sehr neu und viel besser als in der Schweiz. Die Rasenflächen sind alle saftig grün und geschnitten, es sieht alles sehr neu und gepflegt aus. Die Nachbarschaft sieht sehr freundlich aus, es ist ruhig und von Bäumen umgeben. Unser Haus ist typisch amerikanisch und sehr gemütlich.
Nachdem mir das ganze Haus gezeigt wurde, ich meine Koffer geleert habe und alles im Schrank verstaut habe, kam meine Local Rep. Linda mich besuchen. Sie erklärte mir ein paar Sachen, sah sich mein Zimmer an, (Erst wenn die Kleider verstaut sind ist man bei der Gastfamilie angekommen :)) und gab mir einige Unterlagen. 
Am Abend gingen wir ins Restaurant. Die Market Street mit all den Restaurants und Fastfoodläden befindet sich nur wenige Fahrminuten entfernt. Wir gingen zum Mexikaner, und ich verstand kaum was auf der Menukarte stand.  Ich bestellte einfach das gleiche wie mein Bruder, den Burrito Gigante. Dieser war auch wirklich "gigante" und ich ass nur die Hälfte. Das ist in Amerika kein Problem, man nimmt den Rest einfach mit nach Hause. An diesem Abend bekam ich meinen ersten "Free Refill". In Amerika kann man nämlich den Plastikbecher, (Ich habe hier noch fast nie aus einem Glas getrunken) sooft man will gratis nachfüllen lassen. Will heissen man trinkt gut und gern mehr als einen halben Liter pro Mahlzeit, oft sogar von einem Süssgetränk. Nach dem Essen machten wir noch eine kleine Tour, auf der ich meine Stadt ein bisschen besser kennen lernte.
Der erste Tag in Logansport verlief super, ich hatte wirklich Glück mit meiner Platzierung. Als ich spät am Abend zu Bett ging schlief ich wie ein Stein. ;)

Freitag, 9. August 2013

New York

Am Mittwochmorgen um sechs war es so weit. Ich verliess mit meinem ganzen Gepäck mein Zuhause und fuhr mit meiner Familie zum Flughafen Zürich. Nachdem ich eingecheckt hatte, war es an der Zeit mich von meinen Eltern und meiner Schwester zu verabschieden. Aber der Abschied fiel uns allen nicht so schwer, denn wir hatten genug Zeit, um uns auf diesen Moment vorzubereiten, und wir wussten, dass er kommen würde. Ich reiste mit fünf schweizer Austauschschülerinnen, mit denen ich bereits über Whatsapp ein bisschen geschrieben hatte und wir trafen uns nach dem Abschied im Starbucks, natürlich alle mit dem INTO T-Shirt, von wo aus wir zusammen durch die Gepäckkontrolle und den Zoll gingen.
Das Flugzeug startete mit einer kleinen Verspätung, aber alles verlief ohne Zwischenfälle.
Der Flug war angenehm, ich schaute zwei sehr gute Filme, 'Argo' und 'Cloud Atlas', und unterhielt mich mit den anderen, Nach neun Stunden landeten wir schliesslich in Newark, einem hässlichen Flughafen in New Jersey. Nach dem Baggage Claim wurden wir von einer kleinen INTO Gruppe empfangen. Leider lief irgendetwas schief, sodass wir geschlagene vier Stunden warten mussten bis alle anderen Austauschschüler aus ganz Europa ankamen, insgesamt über 80, und wir in die vier (!) Cars einsteigen konnten, welche uns zum Hotel brachten.

Unser Youth Hostel an der Amsterdam Avenue
Unser Hotel ist ein schönes Gebäude, zwei Blocks vom Central Park entfernt, ziemlich gut gelegen in Manhattan. Nach der Ankunft bezog ich mein Zimmer mit drei weiteren Jungs, einem Spanier, einem Holländer und einem Italiener - wie das Youth Hostel und die Stadt selber, unser Zimmer war multikulturell.
An diesem Abend waren wir alle nicht mehr zu gebrauchen. Nach einem 24 Stunden Tag war es auch verständlich, dass wir alle schliefen wie kleine Babys. Am nächsten Morgen fing unser Camp erst richtig an. Nach dem Frühstück wurden wir in Gruppen von etwa 15 bis 20 Leuten eingeteilt. Mit meiner Gruppe spazierten ich ein bisschen durch den Central Park, aber weil es zu Regnen anfing änderten wir das Programm und gingen bei Macy's shoppen. Ich kaufte wegen dem schweren Koffer nur leichte T-Shirts. Für Marken, die bei uns über 100,- kosten, bezahlte ich in New York weniger als 30 Dollar!
Am Abend gingen wir zum Times Square. Es war immer noch ein wenig regnerisch, ich musste dementsprechend aufpassen auf meine Kamera, aber es war wunderschön. Egal welchen Bildausschnitt, diese Leuchtreklamen und gigantischen Displays sind einfach auf jedem Bild fotogen! Übrigens: Der Times Square hat sich zu einer so grossen Touristenattraktion entwickelt, dass das Baugesetz erfordert, dass alle Gebäude bis zu einem bestimmten Grad mit Werbetafeln bedeckt sein müssen!

Times Square - Das pulsierende Zentrum der Stadt
Der zweite Tag war von morgens bis abends voll mit Programm. Wir mussten alle früh aufstehen, denn direkt nach dem Frühstück wurden wir mit einem gelben Schulbus zum Touristenhafen gefahren, von wo aus die grossen Fähren zu Liberty Island fahren. Es war sehr heiss, aber man konnte sich mit eiskaltem Wasser der Strassenhändler abkühlen. Als die Into Campleader unsere Tickets besorgt hatten, mussten wir alle eine riesige Halle durchqueren und die "Airport Style Security" Prozedur über uns ergehen lassen, inklusive Schuhe ausziehen. Aber als wir schliesslich ablegten wurden wir mit einer sehr beeindruckenden Aussicht auf die Manhattan Skyline belohnt, die Fähre machte sogar einen kleinen Umweg, sodass wir die Freiheitsstatue aus allen möglichen Perspektiven zu sehen bekamen.

Lady Liberty vor einer wunderschönen Kulisse 
Nach zwei Stunden ausführlichen Spaziergängen kreuz und quer über die Insel, unzähligen Fotos und tollen Ausblicken, ging es wieder zurück aufs Festland. Der nächste Hotspot auf unserer Liste war das Financial District. Es war beeindruckend, zwischen all diesen gigantischen Wolkenkratzern hindurchzulaufen. Ein Zwischenstopp auf unserer Tour gebührte dem Bronzebullen an der Wall Street. Der Legende nach soll dieser während der Great Depression auf magische Art und Weise erschienen sein, um die Amerikaner an die immer noch gewaltige Finanzkraft zu erinnern, und den Leuten so wieder Hoffnung zu geben, die Wirtschaft sei noch intakt.

Dienstag, 30. Juli 2013

Der letzte Tag in der Schweiz

Es ist absolut unglaublich! Vor über eineinhalb Jahren fasste ich den Entschluss ein Austauschjahr zu machen - und morgen geht dieser Traum in Erfüllung! Lange musste ich warten, dutzende Verträge und Dokumente ausfüllen und unterschreiben, den Arzt und Zahnarzt aufsuchen, Infos durchlesen und Seminare besuchen. Am Anfang waren es über 500 Tage bis zum Abflug, seit diesem Frühling sind die Zahlen noch zweistellig und seit ein paar Tagen mit den Händen abzählbar. Heute ist der letzte Tag in der Schweiz, der letzte Tag in meiner Stadt und die letzte Nacht in meinem Bett für ein ganzes Jahr lang. Aber ich bin nicht nervös, ich bin nur aufgeregt. Aber auch nicht unbedingt wegen der Tatsache, dass ich so lange weg bin, sondern weil ich morgen nach New York fliege und mein Abenteuer beginnt! Ich war noch nie in dieser Stadt und freue mich wahnsinnig darauf. Ich kann jedoch gar noch nicht richtig realisieren dass das keine Zweiwochenferien sind, sondern dass ich ein ganzes Jahr weg bin!
Da ich erst am Sonntag aus dem Urlaub zurück bin konnte ich gar noch nicht richtig packen. Die Kleider mussten noch gewaschen und die Koffer ausgeräumt werden. Erst heute habe ich richtig damit begonnen, meine Sachen zusammenzusuchen. Ich habe zwar noch nichts in die Koffer gepackt, aber das Meiste liegt bereit.
Ich habe alle meine Reisedokumente von Into zugeschickt bekommen, alle Infos zum Flug erhalten, das Into T-Shirt anprobiert (es ist zu gross :)), meine Gastgeschenke gekauft, allen meine Freunde und Verwandten tschüss gesagt, die letzten Einkäufe getätigt, genügend Geld für New York zusammengespart, mein Zimmer (halbwegs) aufgeräumt... Mir fällt gerade nichts mehr ein aber ich habe alles erledigt - ich konnte sogar gestern Abend noch ein bisschen feiern mit ein paar Freunden! ;)
Ich bin bereit! Nur noch wenige Stunden und es geht los.

Morgen um 10:10 sitze ich im Flugzeug und warte auf den Start. Den Start meines Jahres in Amerika.

Mein Flugzeug - die Boeing 767-300 von United Airlines